Sommerferienprogramm bei BLANK – Eine Uhr herstellen und Einblick in einen technischen Beruf erhalten

29.08.2016

Im Ausbildungszentrum der Firma Feinguss Blank in Riedlingen haben sich am Donnerstagvormittag 15 Kinder zwischen zehn und 15 Jahren eingefunden, um eine Metalluhr zu bauen. Als Nummer 27 war dieses Projekt im Sommerferienprogramm 2016 ausgeschrieben. Zusammen mit dem gewerblichen Ausbildungsleiter der Firma, Christian Gaupp, sorgten Naike Gotterbarm als Personalreferentin und Koordinatorin mit neun freiwilligen Auszubildenden für den reibungslosen Ablauf und viel Spaß bei der Gruppe der Kinder.

Zehn Buben und fünf Mädchen beschäftigen sich gut zwei Stunden lang mit Bohren und Feilen, sogar dem Drehen und Fräsen bis zum Montieren damit jeder eine eigene Uhr zusammenbauen und mit nach Hause nehmen kann. Eine der jungen Teilnehmerinnenn Marietta Jung ist durch die Überschrift in der Ausschreibung neugierig geworden: Sie möchte mal eine Uhr machen. Und auf die Frage, ob das nur was für Buben sei, antwortet sie mit glänzenden Augen und Empörung in der Stimme: „Ganz klar: Nein!“ Für Vanessa Ebe sind die Maschinen interessant und für Simon Buck ist wichtig, das Bohren zu lernen, so richtig mit der Maschine.

Auch für die Azubis ist der Umgang mit den jungen „Arbeitern“ eine gute Erfahrung. Tobias Reuchlin, Azubi zum Zerspanungsmechaniker im ersten Lehrjahr, lobt die Gruppe als sehr interessiert: „Sie haben ihre Arbeit gut gemacht.“ Für Naike Gotterbarm ist das Projekt auch ein Aspekt, den noch-Schülern eine mögliche Zukunftsperspektive aufzuzeigen. „Sie sollen auf den Geschmack gebracht werden“, sagt sie.

Im Vorfeld, so Gaupp und Gotterbarm, hätten sie ein Angebot für die etwas ältereren Schüler in den großen Ferien gesucht. Die Überlegungen gingen in unterschiedliche Richtungen; auch eine Rallye war angedacht worden. „Eigentlich sind wir ganz schnell auf die Technik gekommen, weil wir gesehen haben, dass in den vergangenen Jahren keine Angebote in dem Bereich da waren“, sagt Gaupp. Auch die Einbeziehung der eigenen Auszubildenden in Organisation, Planung und Betreuung sei ihnen wichtig gewesen. Der Ansturm an Interessierten war dann so groß, dass sie „locker zwei Gruppen“ hätten füllen können und vielen absagen mussten.

Die ausgewählten Teilnehmer – „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“ – werden von den Azubis abgeholt und über die Sicherheitsbestimmungen informiert, besonders im Umgang mit den Maschinen. Aufgeteilt in Kleingruppen wird in der Lehrwerkstatt geschafft. Da die Herstellung einer solchen Metalluhr Gegenstand der gewerblich-technischen Ausbildung der Firma Blank ist, können die Älteren ihr Wissen an die Jüngeren weitergeben, die Azubis in den verschiedenen Lehrjahren an die Schüler. Grundfertigkeiten würden hier geübt, sagt Gaupp: das Kennenlernen verschiedener Materialien, der Umgang mit Feile und Bohrmaschine, die Montage. Auch die Mathematik finde Anwendung: Die Positionen der Löcher für die Zeiger und als Symbole der zwölf Zahlen müssen errechnet, angerissen und aufgeteilt werden.

Nach der Montage wird die Werkstatt aufgeräumt – wie bei richtigen Azubis. Alle zusammen begeben sich auf eine Führung durch die Stahlguss-Produktion, ehe zum Abschluss gegrillt wird. Er sei sehr zufrieden, auch mit dem Einblick in die Technik, der den Mädchen und Buben gegeben werden konnte, sagt Gaupp. „Eine gelungene Veranstaltung! Die hat nicht nur den jungen Teilnehmern, sondern auch uns richtig Spaß gemacht“, ist sein Schlusskommentar.

Die Firma Feinguss Blank hat ab September wieder 45 gewerblich-technische Auszubildende in den Berufen Mechatroniker, Industriemechaniker, Zerspanungsmechaniker, Werkzeugmechaniker, Maschinen- und Anlagenführer, technischer Produktdesigner (früher technischer Zeichner). Auch ein bis zwei Mädchen finden sich in jedem der drei oder dreieinhalb Lehrjahre. Außerdem wird jedes Jahr im kaufmännischen Bereich ausgebildet.

(Artikel aus der Schwäbischen Zeitung vom 22.08.2016)