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„Jedes Mal eine neue, spannende Herausforderung“ - Michael Fay im Interview

Michael Fay ist Ausbilder bei der FEINGUSS BLANK GmbH in Riedlingen. Seit 2010 ist er Prüfer bei der IHK Ulm für die Berufe Teilezurichter, Werkzeugmechaniker und Zerspanungsmechaniker sowie seit 2011 für den Beruf Maschinen- und Anlagenführer. Im Interview erzählt er, warum er sich ehrenamtlich engagiert.

Wo liegt die Besonderheit bei den Prüfungen Ihrer Berufe?

Die Berufe ähneln sich zwar, da sie alle den Werkstoff Metall als Grundlage haben, man muss sich aber doch auf jeden Beruf mit seinen Schwerpunkten gesondert einstellen. Beispielsweise ist bei dem Beruf des Werkzeugmechanikers ein Schwerpunkt die Montage, während beim Zerspanungsmechaniker das eigentliche Zerspanen im Vordergrund steht. Beim Maschinen- und Anlagenführer hingegen geht es meistens, wie aus der Berufsbezeichnung ja bereits ersichtlich, um das Bedienen und Rüsten von Maschinen und Anlagen. Die Berufe sind also sehr vielseitig, was für die Prüfer jedes Mal eine neue, spannende Herausforderung mit sich bringt.

Dieses Engagement ist ehrenamtlich. Was hat Sie dazu bewogen, Prüfer zu werden, und wie viel Zeit investieren Sie pro Jahr?

Ich wurde bei BLANK als hauptamtlicher Ausbilder eingesetzt und bekam das Angebot, zusätzlich als Prüfer tätig sein zu dürfen. Das schätze ich sehr, weil es mir zeigt, dass bei BLANK die Ausbildung als sehr wichtig angesehen wird. Ich habe das Angebot daher auch sehr gerne angenommen. Das kostet natürlich Zeit, zumal ich eben in mehreren Berufen als Prüfer tätig bin. Es handelt sich dabei um 10 bis 15 Arbeitstage, die ich für Prüfungen und vorbereitende Besprechungen aufwenden muss.

Was bedeutet es konkret, Prüfer zu sein?

Prüfer zu sein bedeutet, praktische Prüfungen zu überwachen und danach die Werkstücke und deren Funktion zu überprüfen. Prüfer zu sein bedeutet des Weiteren, sich in Prüfungsthemen der Prüflinge hineinzuarbeiten, daraus geeignete, berufsspezifische Fragen zu bilden, um dann anhand der Antworten feststellen zu können, auf welchem Stand der zu prüfende Azubi steht. Prüfer sein bedeutet aber auch, dem Prüfling eine gute Prüfungsatmosphäre zu bieten, um die Prüfungsangst, Aufregung oder Nervosität vor der Prüfung so gering wie möglich zu halten beziehungsweise sie zu verringern. Innerhalb des Prüfungsausschusses erfordert die Prüfertätigkeit ein wertschätzendes, offenes, ehrliches und gutes Miteinander, die fachliche Ergänzung, um letztendlich auch eine gute Prüfung vorbereiten und durchführen zu können. Zur optimalen Prüfungsvorbereitung bietet die IHK Ulm ständig zu verschiedenen Themen Schulungen und Informationsveranstaltungen an, damit wir Prüfer immer auf dem aktuellsten Stand sind. Wenn man auch zeitlich nicht jedes Angebot wahrnehmen kann, versuche ich doch immer wieder, diese sehr informativen Veranstaltungen zu besuchen.

Können Sie mit Ihren Erfahrungen als Prüfer Ihren Auszubildenden die Prüfungsangst besser nehmen?

Auf jeden Fall, da ich meinen Azubis viel besser die Prüfungssituation darstellen kann. Ich kann ihnen den Ablauf und die Vorgehensweise bei einer Prüfung gut zeigen. Somit wissen sie schon, was auf sie zukommt.

Welche Bedeutung hat das Ehrenamt für Ihr Unternehmen, das Sie dafür freistellt, und für Sie persönlich?

Als Prüfer tätig zu sein bedeutet für mein Unternehmen, dass man die Organisation und Ansprechpartner der IHK sowie andere Ausbilder, deren Art auszubilden, aber auch deren Betriebe näher kennenlernt. Oft bekommt man Anregungen und Tipps, die man im eigenen Unternehmen umsetzen kann, um die Azubis noch besser auf ihre Prüfungen beziehungsweise letztendlich auf ihren Beruf vorbereiten zu können. Da die Firma BLANK, in der ich schon seit 28 Jahren beschäftigt bin, nahezu alle Azubis übernimmt, ist eine optimale Ausbildung ein guter Grundstein für die spätere Facharbeitertätigkeit im Unternehmen. Das gibt mir auch selbst die Sicherheit und ein gutes Gefühl, das Beste aus dem Ausbildungsbereich herausgeholt zu haben.

Welche positiven Aspekte hat das Ehrenamt darüber hinaus?

Es gibt immer wieder private Treffen von Prüfern, in deren Rahmen man sich nicht nur fachlich, sondern auch über private Themen austauscht und sich so auch außerhalb der Prüfertätigkeit näher kennenlernt.

Können Sie eine Anekdote aus Ihrer Prüfertätigkeit erzählen?

Zu Beginn meiner Prüfertätigkeit wurde ich einem Prüfungsausschuss zugeteilt. Ich erkannte ein Prüfungsmitglied gleich als einen ehemaligen Prüfer, der mich bei meiner Abschlussprüfung 1994 geprüft hat. Und erst kürzlich bekam ich einen Prüfer in meinen Ausschuss eingeteilt, der von „meinem“ Ausschuss, also auch von mir geprüft wurde. Wieder eine Generation, daran merkt man wie die Zeit vergeht ...

Interview: Patrizia Grün

Quelle: https://www.ulm.ihk24.de/blob/ulihk24/servicemarken/presse/IHK_Zeitschrift/Blaetter_WAB/4352618/fd2f627eb0c2ecf7fb1330a8d61e1545/PDF-Ausgabe_03_2019-data.pdf

 

PHOTODESIGN ARMIN BUHL

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